Mittwoch, 2. November 2016

It´s a long way to Madeira

Am späten Vormittag motoren wir nach Südwesten, 3-4 Tage bis Madeira, unser bisher längster Trip. Der Wetterbericht ist positiv, wenn auch sehr wechselhaft. Die Ausläufer des Hurricane Nicole ziehen ab, es soll ruhiger werden, bis nächste Woche das nächste Tief kommt. Beim Segelsetzen ist noch alles o.k., aber wir waren vier Wochen nicht mehr auf See, da müssen erst wieder Seebeine wachsen. Am Abend sind sie noch nicht gewachsen, die Crew hängt über der Reeling bzw. über dem Eimer. Petra erholt sich schnell, Lausi am nächsten Tag und Leander ist das Schlußlicht, alles streng nach Seniorität. Aber dann passt wieder alles und wir sind bereit Flüchtlinge aufzunehmen.

Der erste kommt um 03.00 Uhr in der Früh, völlig entkräftet und zutraulich wie ein kleines Kätzchen. Aus humanitären Gründen lockern wir die Bewachung und ignorieren die gesetzliche max. Personenkapazität auf der LENI, wir haben zeitweise um die zehn kleine Vögelein an Bord, wie Leander sich auszudrücken beliebte. Sie sind unglaublich zutraulich, sie haben das wohl schon öfter durchgezogen.
 
Der Rest der Reise besteht aus Segel rauf und Segel runter, Motor an und Motor aus, Trinken, Essen und Schlafen. Aufgrund der wechselhaften Bedingungen stellt sich nur selten eine schöne lange Atlantikwelle ein, aber unter dem Strich läuft alles bestens und spät am Abend des 29.10. fällt unser Anker im Hafen von Porto Santo, einer Madeira vorgelagerten Insel.

Ich gratuliere meiner Crew mit der Bemerkung: “Das war jetzt eine ¼ Atlantiküberquerung“. Mei, haben die geschaut.
 

Am nächsten Mittag folgt uns die Tweeny, die einen Tag vor uns in Gibraltar gestartet ist. Wir verbringen drei Nächte auf Porto Santo, erkunden die Ortschaft Vila Bareira und verewigen uns auf der Kaimauer, ganz so wie es die Seefahrersitte verlangt.
 

Am 01.11. ziehen wir die 30sm weiter nach Madeira, sichern die LENI eine Woche in der Marina Quinta do Lorde und erkunden die Insel.

1 Kommentar:

  1. Die arme Crew, da war wohl Eimer-sharing angesagt. Aber wenn die Beine wieder gewachsen sind, dann passt es ja. Und süßen Besuch hattet Ihr ja auch. (Dann bleibt nicht zu lange, sonst schrumpfen die Beine wieder)
    Wer hat denn das Bild auf die Kaimauer gemalt, und wie?
    Bussi und fest drücken.

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