Samstag, 30. April 2016

Buon Giorno Italia

vor Anker an Walker angedockt
Am 27.04. verheißt der Wetterbericht nichts Gutes. Es ist sehr wechselhaft und morgen Nacht soll der Wind auf Süd drehen, dann wird’s in Katakolon ungemütlich und auch Keri auf Zakynthos, wo die Walker mit SatTV für das Bayernspiel liegt, ist dann nicht zu halten, weil nach Süden offen wie ein Scheunentor. Überhaupt lässt das Wetter zu wünschen übrig. Es regnet gerne und nachts wird es widerwärtig kalt. Nach dem Südwind soll am 29sten der Wind wieder auf Nord drehen, was für die Überfahrt nach Italien äußerst bescheiden wäre bzw. nicht zu machen ist, möchte man nicht die Fische füttern. Das bedeutet im Klartext: Ab nach Keri, Bayern schauen, trauern, drei Stunden schlafen und ab nach Italien. Alles ganz locker, so wird’s gemacht.

blinde Passagiere mitten im Nirgendwo














Die Überfahrt ist so lala, viel motoren, ab und zu die Genua als Unterstützung und am Anfang spinnt der Autopilot, was richtig Übel ist. Gott sei Dank fängt er sich wieder, ich werde ihn im Auge behalten. Abends gibt es LENI-Eintopf und „Brust oder Keule“ mit Louis de Funes. Irgendetwas hat Leander nicht so gemundet und er übergibt den Eintopf der See als Opfergabe. Das wirkt und am zweiten Morgen wird gesegelt, erst mit Genua und Groß, dann sogar mit Spinnaker. Die Walker ist die ganze Zeit mit uns, wir wachen für Kay, den Skipper mit, da er einhand segelt und so auch mal ein Nickerchen machen kann.

Am 29.05. laufen wir, wie geplant, nach 218sm und 40 Stunden Fahrt um 18.30 Uhr in Rocella Ionica ein, die erste größere Überfahrt ist geschafft und wir auch. Obwohl hier mittlerweile für die Marina bezahlt werden muss und das nicht wenig, bleiben wir eine Woche zur Regeneration. Fahrräder sind kostenlos mit dabei und das ist gut, denn der Ort ist gut 3km entfernt. Leider ist Petrus nicht mit uns, denn es regnet häufig und der Wind ist eiskalt. Bella Italia muss also noch warten, aber irgendwann muss es ja warm und sonnig werden.
 

Montag, 25. April 2016

We´re back

Vollgepackt über beide Ohren gehts am 27.03. wieder los. Alles klappt bestens, bis auf die Sicherheitskontrolle, die uns Gertruds, Lausis Ersatzoma und bald auch Leanders, Quark abnimmt. Vielleicht, weil es Magerquark ist. Um Punkt 17.00 Uhr sind wir an Bord, LENI riecht gut und somit bin auch ich gut drauf. Kaum richtig da, ziehts uns sofort auf die Walker, da dort kaltes Bier und Wein auf uns wartet.

 
Es folgen gute drei Wochen mit allen möglichen Reparaturen und Verbesserungen, die mir den letzten Cent aus der Tasche ziehen. Mit dem Geldautomat bin bald per Du, da alle logischerweise Cash wollen. Den Vogel aber schießt Lagoon ab, die mir neue Tankdeckel geliefert haben, da einer beim Tanken seine letzte Ruhe in Kalamata gefunden hat. Sie passen nicht und nur mit Glück finden wir heraus, dass Lagoon bei den beiden Tanks unterschiedliche Tankdeckel verbaut hat. Aber kein Problem, Yannis sagt „don´t worry“, das sagt hier jeder zu mir, obwohl ich die Ruhe selbst bin und dreht mir für Cash ein paar Neue. Übrigens bedeutet „n´taxi“ passt schon, das sagt auch jeder zu mir.

 
Am 19.04. geht’s dann endlich raus, dieselbe Route, die ich letztes Jahr mit Lausi gefahren bin. Über Koroni und Methoni nach Pylos und weiter über Kyparissia nach Katakolon. In Methoni macht mich wieder der Wetterbericht von Windfinder verrückt, der 40kn Wind prophezeit, das ist schon ein Pfund, ich stehe extra zweimal die Nacht auf und sehe nach dem Rechten. Geworden ist es in der Spitze ein Lüftchen von 9 kn. Ich hab den Wetterbericht dann in die Tonne getreten. Anfangs ist uns von der Welle noch leicht übel, aber von Kyparissia nach Katakolon segeln wir 25sm hart, bei teilweise über 20kn, am Wind und entsprechender Welle und sind putzmunter. Es wachsen die Seebeine dann doch wieder ganz schnell, entsprechend sind wir ohne Alkohol im Hafen rumgetorkelt, mit gleicht sich das wieder aus.

Heute liegen wir gerade in Katakolon, mieten ein günstiges Auto, doppelt so teuer wie im Herbst, und besuchen Olympia. Morgen soll es ein schönes Gebläse von NO geben, aber hier liegen wir sicher und gut.
 
Sobald es das Wetter zulässt, wollen wir westwärts nach Zakynthos und dann nach Italien.