Dienstag, 8. November 2016

Madeira – Kleinod im Atlantik

Von den 5 1/2 Stunden Fahrt nach Madeira können wir sogar 50 min. segeln, was für ein Fortschritt. Die Marina Quinta do Lorde liegt ganz im Osten der Insel und wird bewacht von der Mutter aller Felsspalten. Da fühlt man sich geborgen.

Aber man braucht ein Auto, welches wir gleich für vier Tage mieten. Auto heißt Stress, denn man muss es auch nutzen. Wir besuchen Funchal samt Obst- und Fischmarkt, Moränen waren gerade im Angebot, flanieren am den Hafen und sehen die berühmte Teleferico, von deren Bergstation man sich mit den ebenso berühmten Carreras, Holzschlitten, mit denen man sich von zwei Folkloresteuermännern wohl behütet bergabwärts kutschieren lassen kann. Ein Thrill der besonderen Art für alte weisse Männer mit Herzschrittmachern und deren Damen. Wir lassen es sein, denn mit dem kleinen Skoda, der die Bergstraßen, die so eng sind, dass fast alle Autos auf der linken Seite verkratzt sind, teilweise nur im ersten Gang schafft, haben wir besseren Nervenkitzel for free.

Im August hat ein Brandstifter Madeira angezündelt, drei Menschen sollen dabei umgekommen sein und eine Schneise der Verwüstung oberhalb von Funchal hinterlassen, nicht zu fassen. Nicht auszudenken, wenn das Feuer die Stadt erfasst hätte. Funchal liegt in einem Wolkenloch, hier scheint die Sonne öfters als in den anderen Inselteilen. Die Berge sind über 1800 m hoch, hier bleiben die Wolken hängen und regnen ab. Deshalb ist die Insel so grün, ganz anders als Porto Santo.

Jeden Tag kurven wir, nach der Schule versteht sich, die Insel hoch und runter bis die Kupplung qualmt. Die Madeirianer scheinen sehr sozial zu sein. In Santana im Norden stehen laut Touriinfo typische Hüttchen, man hat sie wohl extra aufgebaut, dass dieses Kaff auch am Touristenstrom teilhaben kann.
 
Auf den Pico do Areiro mit seinen 1818m  kommt man mit dem Auto, der Papa hätte sich angesichts der Touristenmassen mit Grausen abgewendet, und wir tun das angesichts des Nebels auch aber wenigstens waren wir da.
 
Westlich von Funchal gibt es am Cabo Girao eine gläserne Aussichtsplattform, die einen spektakulären Blick nach unten und über die Küste ermöglicht. Noch spektakulärer ist das Restaurant 100 Höhenmeter tiefer mit tollem Ausblick und kaltem Bier. So bekommt jede Ecke etwas von den Touristen ab.
 
 
Aber schön ist es trotzdem, eine ganz andere Welt, wo Ananasbananen am Straßenrand wachsen und es Paradiesfrüchte in vier verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt.

So ist die Woche ruckzuck um, noch schnell wieder mal das Kinderklo entstopft und schon geht’s weiter nach Teneriffa.


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