Tanz unter dem Vulkan
Am 09.05. ist es dann soweit. Wir gehen
zum Stromboli, der einzig aktive Vulkan im Mittelmeer, der ständig speibt. Am
frühen Abend sind die rd. 30sm unter Motor erledigt und wir ankern, zusammen
mit 6 anderen Booten vor San Bartolo. Nach einer anständigen Speckbrotzeit
nehmen wir, nach Anbruch der Dunkelheit, die 15 Min. Fahrt zur Sciara del
Fuoco, der Feuerrutsche in Angriff. Dort lasen wir uns einfach im Wasser
treiben und genießen vorne im Netz das Naturschauspiel. Ja, er speibt noch,
wenn auch nicht so imposant wie auf den Postkarten, aber kurz nach 22.00 sehen
wir noch eine richtig große Fontäne. Dann geht’s zurück zur Ankerbucht und bald
danach ins Bettchen.
Am nächsten Morgen verspüren wir noch
keine große Lust auf großen Streß und begnügen uns mit einem Ausflug ins Dorf,
eingekauft werden muss auch. Die Strombolesen oder Strombolianer oder wie auch
immer sind seltsame Menschen von reziprok liebenswürdiger Art. Sie rasen den
ganzen Tag mit Piaggio-Dreirädern oder Golfcarts durch die engen Gassen und erwecken
den Eindruck, dass sie zur Brotzeit kleine Tedeschi verspeisen. Kein Wunder bei
den Horden von Alibi-Extremtrekkern mit Skistöcken, die im Dorf herumlungern,
da kann sich keine zarte Liebe zu Auswärtigen entwickeln. Trotzdem beschließen
wir nach einem ausgedehnten Mittagsmahl zum günstigen Touripreis und der
Tatsache, dass der Alimentari erst am späten Nachmittag öffnet, noch eine Nacht
dran zu hängen, obwohl auch der Ankerplatz nicht besonders geschützt ist.
Auch diese Nacht hält noch ein
Schauspiel besonderer Art für uns bereit. Eine deutsche Chartercrew mit einem
übergroßen Boot möchte die Ankerkette nicht unnötig verschmutzen und lässt den
Großteil lieber im Ankerkasten liegen. Schon blöd, dass dann, sogar bei
leichtem Wind, der Anker nicht hält, aber im Süden liegt zum Glück die Schweiz,
die von den Deutschen heftig geküsst wird. Sie haben die Schweizer sogar so
lieb, dass sie ihre um deren Ankerkette schlingen und in dieser Umarmung fast
eine Stunde verharren. Kay von der Walker bekommt fast einen Herzinfarkt, weil
sie ca. 20m an ihn herantreiben. Als sie sich endlich entwirren, dauert es noch
eine ganze Stunde, in der die Deutschen mehrere hektische Ankermanöver fahren bis
wieder Frieden einkehrt. Diesmal haben sie wohl die Kette benutzt, denn am
nächsten Morgen liegen sie noch an derselben Stelle.
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