Donnerstag, 19. Mai 2016

Tanz unter dem Vulkan

Am 09.05. ist es dann soweit. Wir gehen zum Stromboli, der einzig aktive Vulkan im Mittelmeer, der ständig speibt. Am frühen Abend sind die rd. 30sm unter Motor erledigt und wir ankern, zusammen mit 6 anderen Booten vor San Bartolo. Nach einer anständigen Speckbrotzeit nehmen wir, nach Anbruch der Dunkelheit, die 15 Min. Fahrt zur Sciara del Fuoco, der Feuerrutsche in Angriff. Dort lasen wir uns einfach im Wasser treiben und genießen vorne im Netz das Naturschauspiel. Ja, er speibt noch, wenn auch nicht so imposant wie auf den Postkarten, aber kurz nach 22.00 sehen wir noch eine richtig große Fontäne. Dann geht’s zurück zur Ankerbucht und bald danach ins Bettchen.

Am nächsten Morgen verspüren wir noch keine große Lust auf großen Streß und begnügen uns mit einem Ausflug ins Dorf, eingekauft werden muss auch. Die Strombolesen oder Strombolianer oder wie auch immer sind seltsame Menschen von reziprok liebenswürdiger Art. Sie rasen den ganzen Tag mit Piaggio-Dreirädern oder Golfcarts durch die engen Gassen und erwecken den Eindruck, dass sie zur Brotzeit kleine Tedeschi verspeisen. Kein Wunder bei den Horden von Alibi-Extremtrekkern mit Skistöcken, die im Dorf herumlungern, da kann sich keine zarte Liebe zu Auswärtigen entwickeln. Trotzdem beschließen wir nach einem ausgedehnten Mittagsmahl zum günstigen Touripreis und der Tatsache, dass der Alimentari erst am späten Nachmittag öffnet, noch eine Nacht dran zu hängen, obwohl auch der Ankerplatz nicht besonders geschützt ist.

Auch diese Nacht hält noch ein Schauspiel besonderer Art für uns bereit. Eine deutsche Chartercrew mit einem übergroßen Boot möchte die Ankerkette nicht unnötig verschmutzen und lässt den Großteil lieber im Ankerkasten liegen. Schon blöd, dass dann, sogar bei leichtem Wind, der Anker nicht hält, aber im Süden liegt zum Glück die Schweiz, die von den Deutschen heftig geküsst wird. Sie haben die Schweizer sogar so lieb, dass sie ihre um deren Ankerkette schlingen und in dieser Umarmung fast eine Stunde verharren. Kay von der Walker bekommt fast einen Herzinfarkt, weil sie ca. 20m an ihn herantreiben. Als sie sich endlich entwirren, dauert es noch eine ganze Stunde, in der die Deutschen mehrere hektische Ankermanöver fahren bis wieder Frieden einkehrt. Diesmal haben sie wohl die Kette benutzt, denn am nächsten Morgen liegen sie noch an derselben Stelle.

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