In der Früh bläst der Wind schön aus
Süd, das ist ideal, um die Strasse von Messina zu durchsegeln, Gleich nach dem
Ankerauf setzen wir den Spinnaker und rauschen gegen Norden. Aber wie es halt
so ist, der Wind wird stärker und steigt schließlich auf über 25kn. Der
Spinnaker ist ein Leichtwindsegel, hoffentlich bekommen wir ihn wieder in einem
Stück runter. Kurz vor Mittag sind wir am Capo Peloro, dann geht’s ab, der Wind
dreht auf Südwest wir sehen plötzlich eine spitze Kreuzsee genau vor uns, d.h.
gegenan kommt eine Strömung von über 4kn und dementsprechende Wellen. Jetzt muss
der Spinnaker schnell runter, sonst taugt er höchstens noch als Sonnensegel. Es
klappt ganz vorzüglich, das war knapp. Wir fahren zwar noch über 8kn durchs
Wasser, kommen aber effektiv nur mit 4kn weiter und werden kräftig durchgeschüttelt.
10 Minuten später sind wir
durchgerutscht und der Spuk ist vorbei. Wir setzen Vollzeug und rauschen weiter
Richtung Westen. Bald wird der Wind wieder stärker und wir gehen ins erste
Reff, gutgetan denn kurze Zeit später haben wir über 30kn Wind. Es folgt ein
heißer Ritt mit fast 10kn Geschwindigkeit und seitlicher Welle. Bereits um
15.00 fällt der Anker in einer schönen Bucht beim Capo di Milazzo, wir haben
der Walker 2 Stunden abgenommen.
Der nächste Tag bringt herrliches
Wetter, wir machen einen Strandtag. Nachmittags beginnen wir mit Holzsammeln,
heute Abend wollen wir am Stand noch ein schönes Feuerchen machen. Nach dem
Abendessen klinkt sich die Dame des Hauses aus und die Herren bleiben unter
sich. Das Anlanden gestaltet sich etwas schwierig, da gehöriger Schwell in der
Bucht steht. Aber wir gestalten dies ebenso erfolgreich wie unser Feuer, das
wir ohne Hilfsmittel zum Brennen in schwindlige Höhen bringen. Norbert L., der
Chefpyromane wäre vor Entzücken erblasst.
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| unser Privatstrand, im Hintergrund der Stromboli |
Bereits nach kurzer Zeit wird mir
schlagartig bewusst, dass ich heute mein erstes Bad im Meer nehmen werde. Der
Anker der kleinen LENI hält zwar gut, aber die Landleine ist wohl zu lax
befestigt, sie dümpelt ca. 50m vom Ufer weg. Zum Glück haben wir genügend Stoff
zum Mutantrinken. 18° Wassertemperatur und 20cm große Quallen können doch einen
Seemann nicht erschüttern. Es war gar nicht so schlimm, nur die Rückfahrt etwas
kühl.


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