Sonntag, 30. August 2015

Kroatien ade

Wir genießen unbeschwerte Tage. Was macht es da schon, dass die Backbordtoilette verstopft ist und ich sie gleich zweimal zerlegen darf. Tagsüber baden wir, beobachten den Hausdelphin der Bucht oder fahren für eine Pizza in den Ort. Abends speisen wir im Restaurant Gradina. Roberto, der Chef war längere Zeit in Berlin und das merkt man auch. Statt der üblichen Energiesparlampen, die die Kroaten so lieben, flackerten Kerzen auf unserem Tisch. Nur bzgl. des Essens wäre Roberto besser längere Zeit in der Provence gewesen. Wir lernen Tobias kennen, einen 13jährigen aus Neusiedel, der eigentlich aus Rosenheim kommt. Er fährt jeden Tag mit Roberto die Fischernetze ein- und ausholen und schlägt vor, dass unsere angehenden Hochseefischer morgen früh mitfahren. So eine Gelegenheit darf man nicht ausschlagen, d.h. ich als passionierter Frühaufsteher liefere Nikolaus und Leander am nächsten Morgen um halb sechs bei Roberto ab. Zurück kommen sie mit einem Barrakuda, den wir uns am Abend tot grillen lassen.

Nach drei Nächten geht’s weiter, mit einem Zwischenstop in Zuljana, nach Okuklje auf der Insel Mljet, ein wirklich bezaubernder Flecken Erde. Wir legen wenig professionell am Steg des Restaurants Maran an, kostenlos und free wifi. Da wir gerade beim Geld sparen sind, schneidet mir Petra mit der Maschine die Haare und da es dann schon wurscht ist, dürfen auch Nikolaus und Leander mal ran. Abends speisen wir Fisch-Peka, ein sehr traditioneller Eintopf, bei dem der Topf vollständig mit Holzkohle bedeckt wird und dann für knapp zwei Stunden ziehen darf. Es war wirklich köstlich.

Am nächsten Tag heißt es auf nach Dubrovnik, wo der Anker direkt vor dem Altstadthafen fällt. Zwar ein bisschen viel Schwell, aber direkter geht’s nicht mehr. Die Perle der Adria ist wirklich wunderschön, aber derartig von Touristen überschwemmt, dass man sich durchschieben lassen kann. Wir haben edel zu Abend gegessen und als Dank durften wir am nächsten Tag auf Petras Wunsch nochmal Sightseeing bzw. Shopseeing machen. Ich habe allein zwölf Reisegruppen zu je über 25 Personen des vor Ort liegenden Kreuzfahrtschiffs der Reederei MSC gezählt. Zusammen mit über 30 Grad im Schatten ein wahres Vergnügen. Am späten Nachmittag gings dann endlich weiter nach Cavtat, wo wir am nächsten Morgen um 07.30 Uhr als Allererste! ausklariert haben.

Wir haben auf dieser Reise bereits über 300 Seemeilen auf dem Buckel und nun liegen rd. 170 sm bis Korfu vor uns. Unsere LENI ist mit gesamt 5000 sm mittlerweile ein gestandenes Fahrtenboot.