Wir genießen unbeschwerte Tage. Was
macht es da schon, dass die Backbordtoilette verstopft ist und ich sie gleich
zweimal zerlegen darf. Tagsüber baden wir, beobachten den Hausdelphin der Bucht
oder fahren für eine Pizza in den Ort. Abends speisen wir im Restaurant
Gradina. Roberto, der Chef war längere Zeit in Berlin und das merkt man auch.
Statt der üblichen Energiesparlampen, die die Kroaten so lieben, flackerten
Kerzen auf unserem Tisch. Nur bzgl. des Essens wäre Roberto besser längere Zeit
in der Provence gewesen. Wir lernen Tobias kennen, einen 13jährigen aus
Neusiedel, der eigentlich aus Rosenheim kommt. Er fährt jeden Tag mit Roberto
die Fischernetze ein- und ausholen und schlägt vor, dass unsere angehenden
Hochseefischer morgen früh mitfahren. So eine Gelegenheit darf man nicht
ausschlagen, d.h. ich als passionierter Frühaufsteher liefere Nikolaus und
Leander am nächsten Morgen um halb sechs bei Roberto ab. Zurück kommen sie mit
einem Barrakuda, den wir uns am Abend tot grillen lassen.
Nach drei Nächten geht’s weiter, mit
einem Zwischenstop in Zuljana, nach Okuklje auf der Insel Mljet, ein wirklich
bezaubernder Flecken Erde. Wir legen wenig professionell am Steg des
Restaurants Maran an, kostenlos und free wifi. Da wir gerade beim Geld sparen
sind, schneidet mir Petra mit der Maschine die Haare und da es dann schon
wurscht ist, dürfen auch Nikolaus und Leander mal ran. Abends speisen wir
Fisch-Peka, ein sehr traditioneller Eintopf, bei dem der Topf vollständig mit
Holzkohle bedeckt wird und dann für knapp zwei Stunden ziehen darf. Es war
wirklich köstlich.
Am nächsten Tag heißt es auf nach
Dubrovnik, wo der Anker direkt vor dem Altstadthafen fällt. Zwar ein bisschen
viel Schwell, aber direkter geht’s nicht mehr. Die Perle der Adria ist wirklich
wunderschön, aber derartig von Touristen überschwemmt, dass man sich
durchschieben lassen kann. Wir haben edel zu Abend gegessen und als Dank
durften wir am nächsten Tag auf Petras Wunsch nochmal Sightseeing bzw.
Shopseeing machen. Ich habe allein zwölf Reisegruppen zu je über 25 Personen
des vor Ort liegenden Kreuzfahrtschiffs der Reederei MSC gezählt. Zusammen mit
über 30 Grad im Schatten ein wahres Vergnügen. Am späten Nachmittag gings dann
endlich weiter nach Cavtat, wo wir am nächsten Morgen um 07.30 Uhr als Allererste!
ausklariert haben.
Wir haben auf dieser Reise bereits
über 300 Seemeilen auf dem Buckel und nun liegen rd. 170 sm bis Korfu vor uns.
Unsere LENI ist mit gesamt 5000 sm mittlerweile ein gestandenes Fahrtenboot.