Wiedermal um 06.00 Uhr aufstehen. Schön langsam wird das Stress. Um 07.00 Uhr sind wir dann soweit geistig gefestigt, um die Überfahrt nach Calpe anzugehen. Wind passt, leider ein bisschen zu wenig, Wetter passt, gut so. Wir laufen bis Mittag unter Genua mit Motor und setzen dann den Parasailor. Die nächsten Tage wollen wir Meilen fressen, aber Nachtfahrten vermeiden. Calpe ist rd. 60sm entfernt, um 18.15 heißt es: „Calpe, ich bin wieder da.“ Wir ankern wellengeschützt vor dem Hafen. Calpe ist noch schöner als vor 30 Jahren, typisch Costa Blanca halt. Kein Grund hier lange zu verweilen. Unser nächstes richtiges Ziel ist Cartagena, das fand ich schon vor fünf Jahren wirklich ansprechend. Also geht es am nächsten Morgen gleich weiter nach Torrevieja, wo man noch im Vorhafen ankern kann, eine Seltenheit in Spanien. Alles läuft wie geschmiert und am 23.08. erreichen wir, wie geplant Cartagena und legen direkt an der Uferpromenade vor der Altstadt an.
Es liegen drei Tage Arbeit vor uns mit Großeinkauf und Bootskomplettreinigung. Dringend brauchen wir Nespresso-Kapseln, deren Verkaufsstellen seit Griechenland spärlich gesetzt sind. Am nächsten Tag ziehen Petra und ich mit dem großen Rucksack los, während die jungen Herren den Swimmingpool aufmischen. Wir verbinden den Marsch von rd. 2,5km zum Corte Ingles, ein großes Kaufhaus, das die Nespresso.Boutique beherbergen soll, gleich mit einer Stadtbesichtigung. Mich interessieren v.a. die Tapas-Kneipen. Die Damen der Nespresso-Boutique sind nicht die Aufgewecktesten und erklären uns, nachdem wir 1700 Kapseln geordert haben, dass an „Laufkundschaft“ nur 100 Kapseln verkauft werden dürfen. Offensichtlich halten sie uns für Nespresso-Dealer. Nach ein bisschen guten Zureden und zig Telefonaten mit Wemweißich klappt es dann doch und ich schleppe die 1700 Kapseln zur nächsten Cerveceria. Das habe ich mir verdient. Positiverweise liefert der Supermarkt im Corte Ingles ab einer Einkaufssumme von € 100.-, für uns ein Klacks, kostenfrei in den Hafen. Das erledigen wir aber morgen.


Gegenüber vom Liegeplatz ist ein Burgerking, Unsere Kinder sind wie alle, wir müssen da rein. Als ich in den exquisiten Whopper beiße, kommt mir eine Idee, deren Umsetzung mir den Unmut einer ganzen Generation von Supermüttern zuziehen wird. Petra und ich gehen morgen alleine schön essen, die vernachlässigten Kinder bekommen ein Burgermenü und dürfen danach bis in die Puppen fernsehen, grandios. Petra meint, das werden sie nicht wollen, aber als ich den Vorschlag kundtue, ernte ich nackte Begeisterung. Die Tapas-Bars sind authentisch und gut, anschließend gibt’s einen Absacker an der Uferpromenade. Wir haben das gleich zweimal durchgezogen, Asche auf mein Haupt, aber es wars wert.
Fünf Tage in Cartagena vergehen wie im
Flug, am 28.08. brechen wir auf, weiter nach Westen.





































